Vision für Zürich

Unsere
Agenda 2030

Wir treten nicht an, um den Status Quo zu verwalten.
Wir treten an, um die Reformierte Kirche Zürich zukunftsfähig zu machen.

Lesezeit: ca. 8 Min. • 4 Strategische Säulen
Strategie & Finanzen

Investieren &
Wirken

"Eine reiche Kirche, die arm an Wirkung ist, hat ihren Auftrag verfehlt." — Gerd Bolliger

Die Reformierte Kirche Zürich verfügt über beträchtliche finanzielle Mittel. Diese Mittel sind kein Selbstzweck, sondern das Treibstoffreservoir für unseren gesellschaftlichen Auftrag. In den vergangenen Jahren wurde zu oft "auf Sicht" gefahren. Wir brauchen einen Paradigmenwechsel: Weg von der reinen Verwaltung, hin zur strategischen Investition.

Als Finanzexperte und Verwaltungsrat kenne ich die Mechanismen grosser Organisationen. Transparenz ist dabei die Basis für Vertrauen. Die Mitglieder der Kirchgemeinde haben ein Recht darauf, genau zu wissen, wie ihre Steuergelder eingesetzt werden – und welchen "Return on Mission" (gesellschaftliche Rendite) sie erzeugen.

Konkrete Massnahmen

  • Einführung eines Wirkungsberichts Transparenz über den Mitteleinsatz. Wir zeigen auf, was mit dem Geld gesellschaftlich erreicht wurde (z.B. Anzahl begleiteter Jugendlicher).
  • Innovationsbudget "Mut zur Zukunft" Wir setzen Mittel gezielt für experimentelle Projekte in den Quartieren ein. Unbürokratische Unterstützung für Ideen, die Gemeinschaft fördern.
  • Digitale Transparenz Das Budget und die Rechnung werden verständlich visualisiert. Jedes Mitglied soll verstehen, wie die Ressourcen wirken.
Kommunikation & Digitales

Digitale Heimat

"Wer heute nicht auf dem Smartphone stattfindet, findet für die Generation U40 nicht statt." — Lukas Bärlocher

Die Kirche hat 500 Jahre Erfahrung mit Kommunikation ("Das Wort"). Aber wir müssen die Kanäle des 21. Jahrhunderts bespielen. Digitalisierung bedeutet für mich nicht, den Gottesdienst einfach abzufilmen. Es bedeutet, Seelsorge, Gemeinschaft und Inspiration in den digitalen Raum zu verlängern.

Als Kommunikationsleiter weiss ich: Wir müssen unsere Botschaft dort platzieren, wo die Menschen sind. Eine professionelle, ästhetisch ansprechende Online-Präsenz ist der Schlüssel.

Konkrete Massnahmen

  • Social Media Strategie Zeitgemässes Storytelling statt Amtssprache. Wir erzählen die Geschichten der Menschen in unserer Kirche – auf Instagram und LinkedIn.
  • Digitale Vernetzung Vereinfachung der Angebote. Wer Hilfe sucht oder bieten möchte, soll dies unkompliziert und digital finden können.
  • Hybride Formate Stärken Veranstaltungen sollen zunehmend auch digital zugänglich sein, um Barrierefreiheit zu schaffen.
Soziales & Gesellschaft

Caring Communities

"Kirche ist das öffentliche Wohnzimmer im Quartier."

In einer zunehmend individualisierten Gesellschaft wächst die Einsamkeit – auch mitten in Zürich. Hier liegt die Uraufgabe der Kirche: Gemeinschaft stiften. Wir wandeln uns von der "Betreuungsinstitution" zur "Ermöglichungsplattform".

Caring Communities sind Netzwerke, in denen Menschen füreinander sorgen. Die Kirche ist der ideale Knotenpunkt dafür. Wir haben die Räume, wir haben die Ressourcen und wir haben das Vertrauen. Wir müssen diese Assets nutzen, um lokale Initiativen zu stärken, statt alles selbst machen zu wollen.

Konkrete Massnahmen

  • Öffnung der Kirchgemeindehäuser Räume sollen tagsüber nicht leer stehen. Wir öffnen sie als Co-Working-Spaces, "Warme Stuben" und Treffpunkte für Vereine – kostenlos oder zum Selbstkostenpreis.
  • Projekt "Wegbegleiter" Aufbau eines Netzwerks von Freiwilligen, die Menschen in Übergangsphasen (Trauer, Scheidung, Jobverlust) begleiten, professionell geschult durch die Kirche.
  • Interreligiöser Dialog Lokal Förderung von Quartiertischen, an denen nicht über Theologie gestritten, sondern gemeinsam gegessen und gelebt wird.
Infrastruktur & Wohnen

Raum für Alle

"Boden ist ein begrenztes Gut. Die Kirche muss ihn dem Gemeinwohl sichern."

Die Reformierte Kirche ist eine der grossen Landbesitzerinnen in Zürich. Das ist eine enorme Verantwortung. In Zeiten von Wohnungsnot darf die Kirche nicht wie ein Profit-Maximierer agieren. Unsere Immobilienstrategie muss sich an sozialen Werten messen lassen, nicht nur an der Rendite.

Gleichzeitig haben wir viele Gebäude, die schlecht ausgelastet sind. Wir brauchen intelligente Umnutzungskonzepte, die Denkmalschutz und modernen Nutzen verbinden.

Konkrete Massnahmen

  • Kostenmiete statt Marktmiete Bei kirchlichen Wohnliegenschaften wenden wir konsequent das Prinzip der Kostenmiete an. Bezahlbarer Wohnraum ist der beste Schutz gegen Gentrifizierung.
  • Kooperation mit Genossenschaften Wir entwickeln Grundstücke nicht alleine, sondern vergeben Baurechte bevorzugt an gemeinnützige Wohnbaugenossenschaften, die unsere Werte teilen.
  • Ökologische Vorbildfunktion Sanierungsoffensive für den Gebäudepark. Ziel: Klimaneutralität der kirchlichen Immobilien bis 2035 durch Photovoltaik und Erdwärme.

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